Was ist Kukicha?
Kukicha (茎茶) bedeutet wörtlich „Stängel-Tee“. Im Unterschied zu anderen japanischen Grüntees, die überwiegend aus Blättern bestehen, nutzt Kukicha Stängel, Blattstiele (Petiolen) und feine Zweiglein der Teepflanze (Camellia sinensis) – ergänzt durch kleine Blattanteile. Er entsteht beim feinen Aussieben während der Produktion von Sencha oder Matcha: zarte, süße Stängel werden separat verarbeitet und ergeben einen Tee mit geringer Astringenz, viel Schmelz und einem freundlichen Umami.
Unser bio-zertifizierter Kukicha ist ein Blend aus Stängeln der ersten und zweiten Pflückung (ichibancha & nibancha), um Aromenfrische, natürliche Süße und Konstanz in der Tasse auszubalancieren.

Bescheidener Ursprung mit Gourmet-Seele
Die „Kukicha-Idee“ entspringt dem japanischen Sinn für Veredelung: Was anderswo als Nebenprodukt gälte, wird in Japan ausgewählt, verfeinert und erhoben. Mit der Zeit zeigten die Stängel hochwertiger Senchas und Gyokuros ein eigenständiges Profil: natürliche Süße, weniger Bitterkeit, seidig-weiche Textur und eine subtile Aromatik (zarte Holztöne, Getreimecreme, Hauch von grüner Nuss). Heute ist Kukicha ein Klassiker in Teehäusern und Restaurants, die klare, komfortable Geschmacksbilder schätzen.

Rohstoff & Ernte (Ichibancha & Nibancha)
Unser Kukicha entsteht aus zwei Schlüsselzeitpunkten des Jahres – daher seine Balance.
- Ichibancha (Erstpflückung): Frühlingsknospen mit viel L-Theanin bringen natürliche Süße, frische Grünnoten und eine seidige Mundfülle.
- Nibancha (Zweitpflückung): liefert mehr Körper und einen ausgeprägteren Nachhall, was Tiefe und Stabilität bringt.
Die Mischung aus 1. und 2. Pflückung ergibt einen süß-umamihaften, zugänglichen Kukicha mit Struktur für 2–3 Aufgüsse, ohne an Harmonie zu verlieren.

Wie wird Kukicha hergestellt? (Vom Feld in die Tasse)
- Ernte & Dämpfen (蒸し): Frisches Blattgut wird gedämpft, um Oxidation zu stoppen.
- Rollen & Trocknen: Stängel werden mit den Blättern verarbeitet, anschließend gesiebt/klassiert (nach Größe/Gewicht), um die Kuki-Fraktion (Stängel/Petiolen) zu separieren.
- Blend & Feinschliff: Ichibancha + Nibancha werden so kombiniert, dass das Semper-Tea-Profil entsteht: sanft, anhaltend, umami-freundlich.
- Optional – leichter Rösttouch: Manche Häuser geben etwas Hitze für noch rundere Kanten. Die geröstete Stängel-Variante heißt Kuki Hōjicha.
- Bio-Kontrolle & Qualität: Unser Kukicha ist 100 % bio, mit Audits am Ursprung und bei der Verpackung – Rückverfolgbarkeit & Reinheit inklusive.

Sensorik: Aroma, Geschmack & Textur
- Aroma: klar und fein, Anklänge von zartem Holz, mildem Getreide und Nusscreme; ohne die intensiven „maritimen“ Noten mancher Grüntees.
- Geschmack: freundliche Süße und rundes Umami; sehr geringe Adstringenz im Vergleich zu brillanteren Senchas.
- Textur: seidig-saftig, umhüllt den Gaumen und lädt zum Weitertrinken ein.
- Abgang: pflanzlich-süß & frisch, reinigt den Mund und macht Lust auf den nächsten Schluck.

Kukicha & Wohlbefinden: Begleiter ohne Aufdrehen
- Weniger Koffein: Durch Stängel & Petiolen enthält Kukicha weniger Koffein als viele andere Grüntees – ideal am Nachmittag/Abend oder für sensiblere Teetrinker.
- Sanfte Ruhe & Fokus: L-Theanin (die Umami-Aminosäure) sorgt für rundes Mundgefühl und ein ruhig-fokussiertes Empfinden.
- Leicht zu trinken (Hydration): Das sanfte, sehr trinkige Profil macht ihn zum Wieder-einschenken-Tee – heiß oder als Cold Brew ohne Bitterkeit.
Hinweis: allgemeine Informationen, kein Ersatz für medizinischen Rat.

Perfekte Zubereitung: Gramm, Temperatur, Zeit & Aufgüsse
Praktische Orientierung (bitte an persönlichen Geschmack und Wasser anpassen).
Klassisch (Tasse oder Kyūsu)
- Menge: 2–3 g auf 400 ml
- Temperatur: 75–80 °C
- Zeit: 60–90 Sek.
- 2. Aufguss: 80–85 °C · 30–45 Sek.
- 3. Aufguss (optional): 85–90 °C · 60 Sek. (leichteres Profil)
Tipp: Für mehr Süße/Umami auf 70–75 °C gehen und 90–120 Sek. ziehen lassen. Für mehr Intensität +2–3 °C oder +0,5 g.
Cold Brew (Mizudashi)
- 8–10 g/L weiches, kaltes Wasser
- 6–8 Std. im Kühlschrank (zwischendurch sanft schwenken)
- Abseihen & servieren → süß, null Bitterkeit, super erfrischend.
Auf Eis („on the rocks“)
- 3 g in 120 ml bei 80 °C für 90 Sek. ziehen.
- Über Eis in ein Tumbler-Glas gießen → balancierte Intensität, sauberes Aroma.

Kukicha vs. andere japanische Tees
- Sencha: mehr Blatt, heller & adstringenter. Kukicha ist süßer & cremiger.
- Bancha: reiferes Blatt spät in der Saison – häufig rustikaler. Kukicha bringt Stängel-Süße.
- Hōjicha: gerösteter Tee (Blatt oder Stängel). Kuki Hōjicha ist die Stängel-Version.
- Genmaicha: Grüntee mit geröstetem Reis; deutlich getreidig-toastig. Kukicha bleibt klar-umamibetonter.
- Matcha: pulverisiert und umami-intensiv; Kukicha ist helle, sehr alltagstaugliche Infusion.

In Hotellerie & Retail: so inszeniert er sich (und verkauft besser)
Zimmer & Suiten
- Perfektes Amenity: wenig Koffein, sanftes Profil – ideal für einen entspannten Schluck jederzeit.
- Premium-Detail in Suiten: Holzbox (6 oder 24 Pyramiden) wertet die Experience auf, ohne den Raum zu überladen.
Bar & Gastronomie
- Grünes Trio auf der Karte:
- Sencha = Glanz & Frische
- Kukicha = süß-umamiger Schmelz
- Genmaicha = Toast/Getreide
- Service mit Charme: Kyūsu oder kleine Kanne, unauffälliger Timer, kleine Tassen für Temperaturführung & Verkostung.
Foodpairing
- Salzig: milde Nigiri, feine Tempura, grüne Salate, Gemüsecremes, weißer Fisch.
- Käse: weiche, wenig salzige Sorten (z. B. junger Brie) oder Frischkäse.
- Süß: Obst-Tartelettes, Financier, zarte Mochi, Grünteekuchen.
- Breakfast/Brunch: Sauerteigbrot, Avocado, pochierte Eier – Kukicha reinigt den Gaumen.

Auswahl, Lagerung & Frischecheck
- Farbe: hell- bis leuchtend-grün der Stängel; keine dominanten Brauntöne.
- Geruch: sauber, ohne Ranz oder Feuchtigkeit.
- Struktur: feste Stängel, die nicht zu Staub zerbrechen.
- Lagerung: luftdicht, licht- & wärmegeschützt, niedrige Feuchte.

FAQ – Häufige Fragen zu Kukicha
Hat Kukicha weniger Koffein als andere Grüntees?
Ja. Durch Stängel/Petiolen ist der Koffeingehalt reduziert – sanft für Nachmittag/Abend.
Woher kommt die Süße?
Von Aminosäuren (z. B. L-Theanin), die Umami & Rundung bringen.
Wie viel Gramm pro Tasse und welche Temperatur?
2–3 g / 200 ml bei 75–80 °C für 60–90 Sek.; 2–3 Aufgüsse sind üblich.
Geht auch Kaltaufguss?
Ja: 8–10 g/L in kaltem Wasser, 6–8 Std. im Kühlschrank → sehr süß, ohne Bitterkeit.
Unterschied zwischen Kukicha und Karigane?
„Karigane“ (oder Shiraore) bezeichnet Kukicha aus Gyokuro/Sencha hoher Qualität – oft umamireicher & cremiger.
Was ist Kuki Hōjicha?
Die geröstete Kukicha-Variante: Haselnuss- & Getreideröstnoten, sehr wenig Koffein.
Eignet sich Kukicha für Hotellerie?
Ja: leicht zu trinken, konsistent und nachgieß-freundlich (2–3 Aufgüsse) – perfekt für Karten & Suiten.
Wasser-Tipp?
Weiches Wasser bzw. niedrige Mineralisierung verstärkt Süße & Umami. Bei hartem Wasser: filtern erwägen.
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